CategorySternstunden der Medizin

Sternstunden der Medizin – Die Entdeckung der Pockenimpfung durch Edward Jenner

Kaum ein Thema in der Medizin sorgt für so viel Zündstoff für heiße Diskussionen wie Impfungen. Immer wieder wird sich die Frage gestellt, in wie weit es Säuglingen zumutbar ist, sich mit gerade einmal 3 Monaten gleich mit sechs verschiedenen Krankheitserregern auseinander zu setzen und auch die Sorge vor Nebenwirkungen ist groß. Im Gegensatz dazu steht der nicht zu verleugnende Nutzen von Impfungen für den einzelnen aber auch für die gesamte Gesellschaft, denn Impfungen bieten Schutz vor schweren Infektionskrankheiten und deren Spätfolgen. Der Ausbruch der Masern in Berlin, der weiterhin nicht unter Kontrolle ist, hat die Impfdiskussion hierzulande neu entfacht. Selbst die Einführung einer Impfpflicht durch die Politik scheint kein Tabu mehr zu sein.

Grund für uns, einmal auf den Ursprung von Impfungen zu schauen. Wie kam es überhaupt zur ersten Impfung? Dass es die Möglichkeit gibt, Menschen gegen schwere Infektionskrankheiten zu immunisieren, verdankt die moderne Medizin den Beobachtungen und Versuchen des britischen Landarztes und Chirurgen Edward Jenner.

Sternstunden der Medizin – Hippokrates von Kos

Hippokrates

Hippokrates
Baumeister: Denkmäler des klassischen Altertums. 1885. Band I., Seite 694.

Die nächste Sternstunde der Medizin, die wir euch präsentieren möchten, ist keine konkrete Entdeckung einer Krankheit oder einer Behandlungsmethode, sondern gewissermaßen die Geburtsstunde des Selbstverständnisses der modernen Medizin. Dieses geht auf Hippokrates von Kos (ca. 460 bis 375 v. Chr.) zurück, der bereits zu Lebzeiten als berühmter Arzt erwähnt wurde. Als Wanderarzt wurde er Zeuge großer Epidemien und entwickelte ein eigenes Krankheits- und Therapiekonzept, das die Heilung von Krankheiten nicht mehr auf religiöse oder magische Erklärungsansätze zurückführte, sondern auf die Beobachtung klinischer Zeichen und rationaler Schlussfolgerungen. Daher war die Behandlung von Patienten von nun an die Aufgabe von Ärzten und nicht mehr die von Priestern oder spirituellen Heilern. Hippokrates wollte die Ursachen für Erkrankungen ergründen, um daraus Hinweise auf die möglichen Heilverfahren zu gewinnen. Neben dieser grundlegenden Neuausrichtung haben noch weitere seiner Ansätze auf die Medizingeschichte eingewirkt. Seine ethischen Verhaltensregeln findet man so z.B. auch noch heute im bekannten „hippokratischen Eid“ vor, mit dem wir uns später noch befassen werden. Auch viele noch heute gebräuchliche Begriffe wurden bereits von Hippokrates verwendet. Einige Beispiele wären: Symptom, Diagnose, Therapie, Trauma und Sepsis. Hinzu kommen die Entdeckungen und Beschreibungen von verschiedenen Krankheiten, unter anderem Diabetes, Gastritis, Arthritis, Krebs, Koma, Paralyse, Panik, Hysterie, Epilepsie etc.

Sternstunden der Medizin – Die Entdeckung der Anatomie

Heute wollen wir euch unsere neue Reihe „Sternstunden der Medizin“ vorstellen. In regelmäßigen Abständen nehmen wir euch mit auf eine Reise durch die Geschichte der Medizin und präsentieren euch die Meilensteine ihrer Entwicklung. Schließlich darf man nicht vergessen, dass der Weg zur modernen Medizin steinig war und große Hindernisse überwunden werden mussten. Spannend sind vor allem die vielen Entdeckungen, bei denen der Zufall eine wichtige Rolle spielte – ein Aspekt, der auch heute noch lehrreich sein kann. Beginnen möchten wir heute mit der Entdeckung der Anatomie. Dabei handelt es sich im Grunde um viele kleine Sternstunden, denn die Geschichte der Anatomie besteht aus mehreren Schritten, durch die das heutige Verständnis des menschlichen Körpers ermöglicht wurde.