Kommt euch das bekannt vor? Auf der Suche nach Assistenzarztstellen durchforstet ihr Stellenportale und Klinikwebsites und findet ein riesiges und unüberschaubares Angebot vor. Eine große Auswahl zu haben ist ja per se erst einmal toll. Aber mit der Wahl kommt auch die Qual. Wie sollt ihr die Klinik finden, die am besten zu euch passt? Schließlich kommt es nicht nur auf Gehalt und Standort an, sondern auch, wie ihr persönlich ins Team passt und wie gut ihr mit dem Chefarzt harmoniert. Auf solche Fragen geben euch Stellenanzeigen allerdings keine Antwort. An diesem Punkt kommt klinik_anamnese ins Spiel: Wir helfen euch dabei eure Traumstelle zu finden, indem wir euer Profil mit denen unserer Partnerkliniken matchen.

Über einen wichtigen Teil von klinik_anamnese – den Hausbesuch – haben wir euch ja bereits in einem früheren Blogartikel ausführlich berichtet. Heute soll es um die Anmeldung und den Matchingprozess gehen.

Ok, wir helfen euch, eure Traumstelle zu finden. Aber was passiert dann eigentlich im Hintergrund und wie läuft das ab? Und warum möchten wir so viel von euch wissen? Ich habe mir gedacht: Wer könnte den Anmeldeprozess und das Matchingsystem besser erklären, als jemand, der beides mitentwickelt hat? Daher habe ich mir Daniel geschnappt und ihn mit Fragen gelöchert.

Interview mit Daniel Becksmann

klinik anamneseDaniel ist bei uns für den Bereich „Produktentwicklung“ zuständig. Als Medizinstudent im letzten Semester weiß er nur zu gut, dass eine Anstellung zu finden später kein Problem ist, aber herauszufinden, welche Klinik wirklich zu einem passt, sehr wohl. Daher ist er schon seit den Anfängen von klinik_anamnese Teil des Teams und hat unsere Methode mitentwickelt, die dieses Problem löst. Welche Idee dahinter steckt, welche Angaben wir von euch brauchen und wie das Matchingsystem letztlich funktioniert, erfahrt ihr daher in einem kleinen Interview.

Daniel, du bist Teil des Teams, das sich das Matchingsystem überlegt hat. Was ist die Grundidee dahinter?

Die Grundidee für das Matching leitet sich aus der Grundidee von klinik_anamnese ab. Wir wollten einen Weg finden, bei dem man schnell einen guten und tiefen Eindruck von einer Klinik als Arbeitgeber bekommt – und das weit über den Inhalt einer Stellenanzeige hinaus. Wir haben uns daher die Frage gestellt: Wie können wir eine qualitativ gute Vorauswahl treffen um potenziell zueinander passende Parteien (also Kandidat und Klinik) zusammenzubringen? Neben den Hardfacts – Wo will ich arbeiten? In welchem Fachgebiet? Soll es eher ein kleines oder ein großes Haus sein? – gibt es aus unserer Sicht entscheidende Faktoren, die eine glückliche Arbeitsbeziehung stark beeinflussen. Diese „weichen“ Faktoren beziehen sich eher auf das zwischenmenschliche Miteinander und auf die Persönlichkeit. Gleichzeitig bringt es natürlich nichts, wenn wir die Wünsche nur von einer Seite aufnehmen. Wir wollten Gleichberechtigung schaffen und erheben daher dieselben Daten von Kandidaten wie von den Kliniken und ihren Chefärzten.

Das klingt ein wenig nach Online-Dating!

Ja, ein bisschen schon. In der Tat lehnen wir uns da in der Grundidee stark an Partnervermittlungen an. Inhaltlich unterscheidet sich das natürlich sehr, zumal wir natürlich unser Matchingsystem ständig überwachen und weiterentwickeln.

Mal eine ganz praktische Frage für Medizinstudenten unter Zeitdruck: Wie lange dauert im Schnitt eine vollständige Anmeldung mit komplett ausgefülltem Profil?

Das Ausfüllen dauert sicherlich eine gute halbe Stunde. Mindestens. Aber eine gute Bewerbung zu schreiben dauert länger! Dass man sich die Zeit nimmt, um das Profil auszufüllen, finden wir in jedem Fall gut. Je prägnanter und überlegter die Angaben der Kandidaten sind, umso valider können wir zuordnen.

Warum ist der Fragebogen bei der Anmeldung so umfangreich?

Wie gerade schon erklärt, wollen wir ideale Partnerschaften finden. Je mehr wir wissen, umso sensibler wird unser System. Und am Ende geht es doch darum, dass wir sowohl die Kliniken mit ihren leitenden Ärzten als auch die Kandidaten so gut wie möglich kennenlernen. Nur dann kann können wir eine qualitativ hochwertige Aussage treffen und gute und sinnvolle Empfehlungen aussprechen.

Wenn man einmal nicht so viel Zeit hat und das Profil zu einem späteren Zeitpunkt komplettieren will: Welche Angaben sind zunächst die wichtigsten?

Das Matching läuft in mehreren Stufen ab. Die schon erwähnten Hardfacts sind in der ersten Stufe am wichtigsten. Das heißt: Welches Fachgebiet will ich machen? Gibt es eine Ortspräferenz oder bin ich da ganz offen? Und ab wann suche ich welche Art von Stelle? Also: Eine Weiterbildungsstelle oder einen PJ-Platz?

Ganz wichtig sind auch die Kontaktdaten. Wir möchten die Kandidaten erreichen können. Es gibt immer wieder die Situation, dass wir eine Klinik für jemanden finden, aber ein paar Daten fehlen noch. Die könnten entscheidend für das Matching sein. Wenn wir dann wahrheitsgemäß angegebene Kontaktdaten von den Bewerbern haben,  ist das sehr hilfreich. Daher werden diese Daten direkt im ersten Schritt der Registrierung abgefragt.

Muss man eigentlich seine Bewerbungsunterlagen (Zeugnisse, Lebenslauf etc.) hochladen?

Nein. Zeugnisse oder sonstige klassische Bewerbungsunterlagen muss man nicht hochladen. Die müssen am Ende nur dem neuen Arbeitgeber vorgelegt werden. Uns interessiert, wie sich die Kandidaten ihr Berufsleben als Arzt vorstellen. Was ist ihnen dabei wichtig und was nicht? Welche Neigungen haben sie? Auch nicht-medizinische sind da von großer Relevanz. Wir werden zwar Ärzte aber wir sind ja auch noch Menschen mit anderen Interessen.

Zu einem Matchingsystem gehören ja immer zwei Seiten. Welche Daten muss denn die Klinik angeben?

Ja, genau. Mit nur einer Seite bekommt man nie eine Übereinstimmung! Die Klinikseite muss letztlich die gleichen Fragen beantworten. Nur sind die Fragebögen dort auf verschiedene Personen bzw. Instanzen aufgeteilt und zugeschnitten. Die Personalabteilung muss zum Beispiel Fragen zu den grundlegenden Arbeitsbedingungen im Haus beantworten. Der Chefarzt muss hingegen ein bisschen „die Hosen runterlassen“ und unseren Persönlichkeitsfragebogen ausfüllen. Studien haben nämlich gezeigt, dass die „Persönlichkeit“ einer Abteilung elementar von der Persönlichkeit des Abteilungsleiters abhängt. Herrscht eine eher familiäre Stimmung in der Abteilung, wird der Chef eher freundlich, mit positiver Kritik und wohlgemeintem Ansporn arbeiten – und umgekehrt.

Was passiert dann mit den Angaben? Werden alle Daten an die Kliniken weitergegeben?

Nur wenn uns ein Kandidat eine verbindliche Zusage für die Teilnahme an einem Hausbesuch gibt, erstellen wir ein Kurzprofil, das die Klinik am Tag des Hausbesuchs überreicht bekommt. Wir geben also nur einen kleinen Teil der Daten wirklich an die Kliniken weiter. Die Daten, die wir weitergeben sind außerdem nicht sensibel, sondern fallen eher unter die Kategorie „Hardfacts“. Sollte man nicht an einem Hausbesuch teilnehmen können, erhält die Klinik auch keine Daten von diesem Kandidaten.

Und wie funktioniert das Matching dann genau?

Unser Matching durchläuft mehrere Stufen. Zunächst klären wir die Hardfacts ab und überprüfen, ob es grundsätzlich eine Übereinstimmung gibt. Wir brauchen z.B. niemandem eine radiologische Klinik vorschlagen, wenn der- oder diejenige Pädiatrie machen möchte.

In der nächsten Stufe überprüfen wir die Passung in den für die Arbeit im engeren und weiteren Sinn relevanten Fakten. Also zum Beispiel: Wie wichtig ist die Möglichkeit der Forschung? Ein Kandidat, der unbedingt Forschung betreiben will, sollte keinen Match mit einem Haus bekommen, in dem keine nennenswerte Forschung betrieben wird. Aber auch das Interesse an Fortbildung und die Ausbildungssituation kommen hier genauso zum tragen wie die Gehaltsvorstellungen.

In der letzten Stufe des Matchings geht es dann um die Persönlichkeit. Passt der Chef zu mir und ich zum Chef? Das hört sich erstmal banal oder vielleicht sogar bedeutungslos an. Das ist es aber bei weitem nicht. Der Chef ist, wie schon gesagt, der entscheidende Faktor, wie eine Abteilung tickt. Und darüber hinaus, und das Phänomen kennen wir alle, kann man am besten von einem Lehrer lernen, mit dem man irgendwie auf der gleichen Wellenlänge liegt. Theoretisch wissen wir ja eine Menge. Aber die Theorie in die Praxis zu übertragen ist schwierig und bedarf engagierter Anleitung. Am Ende erhalten wir dann einen Matchingscore, der die Übereinstimmung zwischen den beiden Seiten in einer Prozentzahl ausdrückt.

Bekommt man sofort Bescheid, wenn eine Klinik sehr gut zu einem passt?

Ja. Momentan bekommt man sofort eine Mail oder wird von uns direkt angerufen. Wir arbeiten gerade mit Hochdruck an einer neuen Version unserer Homepage. Dort wird man in seinem Profil die Kliniken sehen, die zu einem passen. Natürlich auch mit dem entsprechenden klinik_anamnese Matching-Score um Nuancen noch besser unterscheiden zu können.

Die Mail und einen Anruf wird es aber weiterhin geben. Uns ist es wichtig, dass unsere Kandidaten merken, dass wir keine Datenkrake sind, sondern das wir jeden Tag daran arbeiten, den idealen Arbeitgeber für jeden einzelnen unserer Kandidaten zu finden. Das geht am besten, wenn wir mit den Kandidaten auch mal persönlich sprechen.

Wann wird man zu einem Hausbesuch eingeladen?

Zum Hausbesuch wird man eingeladen, wenn wir einen hohen Matching Score errechnet haben. Das heißt, wenn alle Hardfacts und alle sonstigen relevanten Bedingungen übereinstimmen und darüber hinaus eine Passung zwischen Chefarzt und Kandidaten wahrscheinlich ist. Den genauen Termin und alle wichtigen Informationen teilen wir euch dann per E-Mail und auch telefonisch mit.

Danke für deine Zeit.

Gerne!

Wir hoffen wir konnten euch unser Konzept und unser Matchingsystem etwas näherbringen. Wenn ihr selbst noch Fragen habt, die wir noch nicht beantwortet haben, dann schreibt uns einfach oder ruft uns an: info@klinik-anamnese.de bzw. 02302 / 926 874. Wir freuen uns auf euch!

euer Marcel

Wenn ihr neugierig geworden seid und euch gerne kostenlos registrieren möchtet, dann geht einfach auf klinik-anamnese.de oder folgt diesem Link.

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